19.04.2017 | Halbzeitgewinner Best Azubi

Als Azubi für einen Tag in die Chefetage

Einen Tag lang Chef sein – dieser Wunsch ging für Jonas Wenning, Halbzeitgewinner des Wissenswettbewerbs Best Azubi 2017, in Erfüllung. Möglich machte das Alexander Reichhart, Geschäftsführer der Reichhart Logistik in Gilching.

Best Azubi Reichhart
Jonas Wenning (links), bei seinem Besuch der Reichhart Logistik zusammen mit deren Geschäftsführer, Alexander Reichhart © Eva Hassa/VerkehrsRundschau

So macht Wissensvermittlung Spaß! Als Gewinner der Aktion „Einen Tag einmal Chef sein“ im Rahmen des Wissenswettbewerbs Best Azubi 2017 von VerkehrsRundschau durfte nun Jonas Wenning seinen Preis einlösen und einen Tag lang Alexander Reichhart, Geschäftsführer des Logistikunternehmens Reichhart Logistik, begleiten.

Reichhart hatte seinerzeit sofort zugesagt, als er gefragt wurde, ob er sich vorstellen könne, die VerkehrsRundschau-Aktion zu unterstützen. „Für unsere Branche sind qualifizierte Mitarbeiter heute wichtiger denn je. Wenn sich junge Menschen also neben ihrer Ausbildung noch beim Wissenswettbewerb Best Azubi engagieren, finden wir das toll und dann bringen wir uns gerne ein“, betont Reichhart, der im Jahr 1999 in das Unternehmen seines Vaters eingestiegen ist und dieses gemeinsam mit Michael Jackl führt.

Es war ein spannender Tag, der auf Jonas Wenning wartete. Denn Reichhart Logistik hatte für den 20-jährigen Auszubildenden der Spedition SLC Service Logistik Company ein interessantes Programm zusammengestellt. Ein Tag, der Jonas schnell zeigte, mit welchen Themen ein Firmenchef konfrontiert ist. „Für uns als Logistikdienstleister, der vor allem in der Automobilindustrie stark unterwegs ist, ist es sehr wichtig, zu wachsen – sowohl quantitativ als auch qualitativ“, betont Reichhart gleich zu Beginn des Treffens. „Die Anforderungen unserer Auftraggeber steigen stetig. Und wir können diese nur erfüllen, wenn wir kontinuierlich wachsen. Das Wachstum sichert unsere Wettbewerbsfähigkeit“, führt er Jonas die Ziele vor Augen, die er sich als geschäftsführender Gesellschafter gesetzt hat.

„Dies gelingt aber nur, wenn man die Menschen, Mitarbeiter und Kunden, dafür mitnimmt“, erklärt er. Deshalb habe sich Reichhart Logistik eine Unternehmenscharta gegeben, in der die eigene Vision, Strategie und die Werte im Umgang miteinander definiert seien. „Diese Charta ist der Rahmen für unser tägliches Handeln“, führt der Firmenchef aus. „Eckpfeiler von Reichhart Logistik sind da zum einen die Vision ,Leidenschaft für Lösungen‘ für unsere Kunden sowie zum anderen die Werte Vertrauen, Toleranz, Respekt, Loyalität, Disziplin, Konsequenz und Vertrauen.“ Als Geschäftsführer sei es für ihn sehr wichtig, immer über alles auf dem Laufenden zu sein – was die Kunden, Mitarbeiter, Finanzen, aber auch die Prozesse betrifft.

Eine wesentliche Aufgabe sieht der studierte Betriebswirtschaftler daher in der stetigen Erhebung und Kontrolle von Kennzahlen (KPIs). So ermittelt das firmeneigene Finanzinformationssystem CP die Wirtschaftlichkeit jedes einzelnen Logistikprojekts von Reichhart Logistik. Jeden Monat trifft sich Reichhart deshalb, an diesem Tag gemeinsam mit Jonas, mit den Leitern aller Kompetenzcenter seines Hauses zum monatlichen Reporting-Termin. Hier stehen die Führungskräfte Alexander Reichhart Rede und Antwort in Bezug auf ihre aktuellen Finanzwerte. Auftretende Abweichungen müssen die Kompetenzcenter-Leiter erläutern, geeignete Maßnahmen für deren Ausgleich vorschlagen und terminieren.

„Wir sind im preissensiblen Logistikgeschäft tätig, und da muss man seine Kosten kennen und im Griff haben“, erklärt er Jonas. Gerade für einen Automobillogistiker spiele das Thema Prozessoptimierung da eine wesentliche Rolle. „Wir bieten unseren Kunden ganzheitliche integrierte Logistiklösungen – das geht nur im engen Zusammenspiel mit der IT.“

Mittlerweile beschäftigt Reichhart Logistik 20 IT-Mitarbeiter und hat 2014 mit der Reichhart Digital Logistics ein eigenes Kompetenzcenter gegründet, das für Kunden IT-Lösungen entlang der Supply Chain entwickelt. Aktuelles Beispiel ist das Softwaretool Motus für einen Kunden der Technologiebranche. Im Beisein von Jonas trifft sich der Geschäftsführer mit seinen Logistik- und IT-Verantwortlichen, um Meilensteine im Projekt zu besprechen. Live im System stellen die Bereichsverantwortlichen den Entwicklungsstand dar.

Dieser Austausch mit den Mitarbeitern sei für ihn sehr wichtig, erklärt er dem Auszubildenden: „Wir sind ein Familienunternehmen mit Werten. Das wollen wir unseren Mitarbeitern vermitteln, damit sie sich mit unserem Unternehmen und unseren Zielen identifizieren.“ Bei mittlerweile über 900 Beschäftigten weiß der Firmenchef aber, dass sich solche Treffen immer schwieriger umsetzen lassen. „Trotzdem wollen Herr Jackl und ich an ihren Bedürfnissen nah dran bleiben. Wir wissen ja auch nur dann“, betont er, „wie wir unsere Mitarbeiter weiterentwickeln können – egal ob dies ein Gabelstaplerfahrer, ein Lkw-Fahrer, Disponent oder eine Führungskraft ist“.

Auch deshalb gibt es bei Reichart eine eigene Unternehmenskommunikation. „Die Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ist Verständigung“, erklärt der Geschäftsführer. „Aus diesem Grund haben wir die Initiative ‚ Reichhart hört zu‘ ins Leben gerufen. Das Format bietet Platz für Austausch zwischen Mitarbeitern und Führungskräften, was gut und schlecht läuft.“ Es bleibt aber nicht beim Reden. „Aus den angesprochenen Punkten leiten wir gemeinsam konkrete Maßnahmen ab.“ Für den Geschäftsführer steht daher fest: „Für uns ist eine professionelle Unternehmenskommunikation sehr wichtig – auch um unsere Mitarbeiter an die Firma zu binden.“ Der Jahresabschluss mit der Deutschen Bank rundete als letzter Termin den Tag im „Chefsessel“ für Jonas ab.

Was der 20-Jährige für sich aus diesem Tag mit Alexander Reichhart mitgenommen hat? „Ich weiß jetzt, dass ich mit meiner Berufswahl richtig gelegen habe. Die Logistikbranche macht mir Spaß“, antwortet er. „Der Tag hat mir aber auch gezeigt, dass ein Geschäftsführer sehr viel wissen muss.“ Bei der Frage, ob er sich vorstellen könne, einmal selbst ein Unternehmen zu führen, lacht Jonas und meint: „Alles zu seiner Zeit. Jetzt arbeite ich erst einmal in der Disposition. Das macht mir Spaß. Weiterbilden werde ich mich aber auf jeden Fall." (Eva Hassa)

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