Ausbildung zum Fachlagerist/-in

Fachlagerist
© Willmy

Berufsbild

Im Lager ist auf dich immer Verlass. Denn du weißt genau, wo welche Produkte zu finden sind. Du nimmst Waren an, lagerst sie fachgerecht ein und bist auch zur Stelle, wenn Lieferungen zusammengestellt und versandt werden. Du fertigst Lieferpapiere aus, überprüfst Verpackung und Inhalt auf Beschädigungen und hilfst auch beim Be- und Entladen. Die komplexe Technik, die im modernen Lagerwesen immer mehr Einzug hält, kannst du sicher bedienen. Arbeit findest du nicht nur bei Speditionen und anderen Logistik- und Handelsfirmen, sondern auch im Lager von Industriebetrieben – von A wie Automobilindustrie bis Z wie Zementhersteller.

Ausbildung zum/-r Fachlagerist/-in

Vergütung

Beispielhafte Ausbildungsvergütungen in Industrie und Handel pro Monat:

1. Ausbildungsjahr: 674 bis 912 Euro

2. Ausbildungsjahr: 718 bis 964 Euro

Quelle: Berufenet (Stand: 1.8.2017)

Dauer

Die Ausbildung dauert zwei Jahre. Unter Umständen kannst du die Ausbildung um ein Jahr verlängern und einen weiteren Abschluss als Fachkraft für Lagerlogistik machen.

Aufgaben

Eine Ware einzulagern bedeutet nicht, dass man sie einfach irgendwo abstellt – schließlich willst du später alles wiederfinden. Deshalb arbeitest du in deiner Schicht nach einem ausgefeilten System: Alles hat einen bestimmten Platz, an den es hingehört. Wird neue Ware angeliefert oder etwas entnommen, dokumentierst du das genau. Früher wurden dafür Listen geführt, heute geht das meistens elektronisch. Zum Beispiel mit Handscannern, mit denen du einen Barcode einliest. So kannst du den Lagerbestand auch schnell am Computer einsehen.

Weil sich auch mal Fehler einschleichen, machst du regelmäßig Inventur und gehst den Bestand Regal für Regal durch. Auch sonst gehören Kontrollgänge zur Ausbildung: In einem Lebensmittellager ziehst du abgelaufene Ware aus dem Verkehr. Und im Kühllager checkst du regelmäßig die Temperaturen.

Du hilfst auch beim Be- und Entladen der Transportfahrzeuge mit. Dafür arbeitest du manchmal mit Ladekränen oder Hebebühnen, die du von einer Schalttafel aus bedienst. Innerhalb des Lagers bist du oft mit dem Gabelstapler unterwegs, zum Beispiel um an Waren ranzukommen, die im Hochregal ganz oben liegen.

Eine wichtige Aufgabe ist auch das Kommissionieren: Kommt eine Bestellung aus verschiedenen Produkten rein, suchst du alles zusammen, machst es lieferfertig und fertigst die Lieferpapiere aus. Sorgfalt ist hier oberstes Gebot. Du kümmerst dich ums Verpacken, beschriftest die Kartons oder klebst ein Etikett darauf. In großen Lagerbetrieben erledigst du solche Aufgaben auch an automatischen Sortieranlagen. Beschädigte Produkte sortierst du immer sofort aus.

Wie wichtig ist

In den verschiedenen Logistikberufen gibt es unterschiedliche Anforderungen. Hier siehst du, was für Fachlageristen sehr wichtig ist und was eher nebensächlich ist. 


  • Organisationstalent

    Im Lager arbeitest du meistens nach einem festen System. Deshalb musst du selbst nicht so viel organisieren. Trotzdem gehst du natürlich immer mit einem Plan an die Sache und arbeitest stets sorgfältig.

  • Kommunikationsstärke

    Mit den Kunden selbst hast du im Lager meistens keinen direkten Kontakt. Trotzdem bist du kein Einzelgänger: Du stimmst dich oft mit Kollegen ab, zum Beispiel mit den Fahrern, denen du beim Be- und Entladen hilfst.  

  • Englischkenntnisse

    Englisch musst du für diesen Beruf nicht so gut können. Wenn du ein Talent für Fremdsprachen hast, schadet das aber auch nicht: Dann kannst du dich zum Beispiel leichter mit Lieferanten aus dem Ausland verständigen.

  • Technikverständnis

    Obwohl im Lager immer mehr Elektronik zum Einsatz kommt musst du für diese Arbeit kein Technikfreak sein. Du musst nur wissen, wie man die Geräte bedient.

  • Fitness

    Im Lager sind Leute gefragt, die auch gerne mal mit anpacken. Denn trotz technischer Hilfsmittel wie Gabelstaplern oder Hebebühnen gehen so manche Arbeiten noch per Hand.

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