Ausbildung zum Schifffahrtkaufmann/-frau

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© Willmycc

Berufsbild

Schifffahrtskaufleute organisieren den internationalen Handel über die Weltmeere: Von deinem Schreibtisch aus sorgst du dafür, dass Computer aus Fernost, Erdöl aus dem Nahen Osten oder Früchte aus Südamerika nach Deutschland transportiert werden. Und dafür, dass deutsche Produkte in aller Welt verkauft werden können. Du verhandelst Transportaufträge mit Kunden, reservierst Frachtraum und Schiffsliegeplätze, hältst den Kontakt zu den Kapitänen und kümmerst dich um die Frachtpapiere. Arbeit findest du bei Reedereien und bei allen anderen Firmen, die Güter per Schiff transportieren.

Ausbildung zum/-r Schifffahrtkaufmann/-frau

Vergütung

Beispielhafte Ausbildungsvergütungen pro Monat:

1. Ausbildungsjahr: 670 bis 725 Euro

2. Ausbildungsjahr: 730 bis 850 Euro

3. Ausbildungsjahr: 820 bis 975 Euro

Quelle: Berufenet (Stand: 1.8.2017)

Dauer

Die Ausbildung dauert drei Jahre und wird in den zwei Fachrichtungen Linienfahrt und Trampfahrt angeboten.

Aufgaben

Ein Kunde will eine große Ladung Elektrogeräte von China nach Deutschland liefern lassen? Kein Problem für dich: Du prüfst, ob dein Unternehmen noch Kapazitäten für den Auftrag hat. Dann kalkulierst du die Kosten und handelst einen Vertrag mit dem Kunden aus – und das oft auf Englisch. Dem Kunden gegenüber bist du mehr als nur ein Verkäufer: Du berätst ihn auch in allen anderen Fragen rund um die Logistik. Falls gewünscht organisierst du zum Beispiel auch den Lkw-Transport der Waren von der Fabrik bis zum Hafen.

Bevor die Güter auf den Weg gehen können, steht einiges an Planungsarbeit an: Welches Schiff kann den Transport an welchem Termin übernehmen? Auf welchem Seeweg geht es am schnellsten? Und lassen sich vielleicht mehrere Aufträge zusammenlegen? Wenn du alles perfekt geplant hast, mietest du Container, buchst den Frachtraum und organisierst im Hafen einen Liegeplatz für das Schiff.

Alle diese Aufgaben kannst du mithilfe spezieller Software vom Schreibtisch aus erledigen. Per Internet, Fax und Telefon hältst du weltweit Kontakt zu Schiffskapitänen und Hafenbetreibern. Auch die nötigen Papiere und Formulare, zum Beispiel für den Zoll, kannst du heute meistens online erledigen.

Neben dem Transport und dem Umschlag der Waren gibt es noch viele andere organisatorische und kaufmännische Aufgaben für dich. Du kannst zum Beispiel das Be- und Entladen der Schiffe im Hafen organisieren. Oder du planst die Zuteilung des Personals auf die Schiffe, prüfst Rechnungen oder organisierst den Einkauf von Treibstoff, Proviant und Ersatzteilen.

Wie wichtig ist

In den verschiedenen Logistikberufen gibt es unterschiedliche Anforderungen. Hier siehst du, was für Schifffahrtskaufleute sehr wichtig – und was eher nebensächlich ist.  


  • Organisationstalent

    Bevor ein Schiff auf Reisen gehen kann, sind unzählige Dinge zu organisieren – vom Buchen des Liegeplatzes über das Erledigen der Zollformalitäten bis zum Planen des Be- und Entladens. Deshalb brauchst du viel Organisationsgeschick.

  • Kommunikationsstärke

    Du hast regen Kontakt zu Kunden und verhandelst mit ihnen Aufträge und Frachtpreise. Außerdem bist du als Berater zu allen Fragen rund um Schiffstransport und Logistik gefragt. Bei wichtigen Terminen trägst du entsprechende Business-Kleidung.

  • Englischkenntnisse

    Die Schifffahrt ist ein internationales Geschäft – die Reederei sitzt in Deutschland, das Schiff stammt aus Korea, der Kapitän ist ein Schotte und die Kunden kommen aus aller Welt. Englisch ist die Geschäftssprache, die alle beherrschen müssen.

  • Technikverständnis

    Damit du nicht den Überblick über die weltweiten Warenströme verlierst, helfen dir spezielle Computerprogramme beim Planen und Organisieren der Transporte. In dieser Software musst du immer fit sein.

  • Fitness

    Deine Aufgaben erledigst du meistens vom Schreibtisch aus. Deshalb wird es in diesem Beruf in der Regel nicht verlangt, dass man zupacken muss.

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Andreas Scheuer

Schirmherr der Nachwuchsinitiative "Hallo, Zukunft!" ist Andreas Scheuer MdB
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Die Nachwuchsarbeit liegt ihm besonders am Herzen: "Die Logistik hält Deutschland am Laufen. Waren es früher in erster Linie Unternehmen, die auf Logistik angewiesen waren, so sind es heute zunehmend auch ganz normale Verbraucher. So ziemlich jeder bestellt mittlerweile Waren im Internet und freut sich, wenn sie ihm in kürzester Zeit nach Hause geliefert werden. Logistik erleichtert Menschen das Leben – und ist damit eine echte Zukunftsbranche! Ich freue mich sehr, dass die Ausbildungsinitiative „Hallo, Zukunft“ dabei hilft, Schülerinnen und Schüler für diese Zukunftsjobs zu begeistern."