Ausbildung zur Fachkraft für Hafenlogistik

Fachkraft für Hafenlogistik
© Willmy

Berufsbild

In deutschen Häfen werden jedes Jahr viele Millionen Tonnen Fracht umgeschlagen. Das geht nicht ohne eine komplexe Organisation und Logistik. Es sind Fachkräfte für Hafenlogistik, die hier den Überblick behalten. Am oft weitläufigen Hafengelände kontrollierst du die Lieferungen aus aller Welt und kümmerst dich um die Lagerhaltung. Du stimmst Liefertermine ab, prüfst Frachtpapiere und überwachst das Be- und Entladen der Schiffe sowie das Umladen auf Straße und Schiene. Weil ein Hafen niemals schläft, arbeitest du im Schichtdienst, auch nachts und am Wochenende. Jobs findest du zum Beispiel bei Hafenbetreibern, Reedereien und Speditionen.

Ausbildung zur Fachkraft für Hafenlogistik

Vergütung

Beispielhafte Ausbildungsvergütungen in der Hafenwirtschaft pro Monat:

1. Ausbildungsjahr: 450 bis 895 Euro

2. Ausbildungsjahr: 510 bis 945 Euro

3. Ausbildungsjahr: 600 bis 985 Euro

Quelle: Berufnet (Stand: 1.8.2017)

Dauer

Die Ausbildung dauert drei Jahre.

 

Aufgaben

Wenn ein Schiff im Hafen ankommt, kontrollierst du, ob mit der Lieferung alles stimmt. Wurden alle Waren vollzählig angeliefert? Sind Güter oder Verpackungen beschädigt? Oder ist das Siegel an einem Container aufgebrochen? Manchmal nimmst du auch Stichproben und untersuchst diese mit dem Thermometer oder anderen Messgeräten. Verdorbene oder nicht ausreichende gekühlte Lebensmittel ziehst du beispielsweise sofort aus dem Verkehr. Natürlich sorgst du im Hafenlager auch selbst für eine fachgerechte Lagerung.

Auch die Kontrolle der Frachtpapiere gehört zu deinen Aufgaben. Du schaust etwa, ob alle Dokumente vollständig sind und die Ware ordnungsgemäß beim Zoll deklariert wurde. Dabei führst du Listen, die du später in den Computer einträgst. Oder du liest die Informationen mithilfe von Handscannern elektronisch ins System ein.

Ist mit der Lieferung alles okay, informierst du den Empfänger und vereinbarst einen Termin für den Abtransport. Du erstellst auch Stau- und Lagerpläne, in denen du festlegst, wo Container am weitläufigen Hafengelände zwischengelagert werden können. Diese Arbeit machst du hauptsächlich am Computer. Mithilfe der sogenannten RFID-Technologie kannst du zum Beispiel vom Bildschirm aus nachverfolgen, wo sich ein Container gerade befindet.

Du überwachst auch das Be- und Entladen der Schiffe und das Umladen auf Straße und Schiene. In großen Containerterminals wird diese Arbeit heute mit riesigen Kranbrücken und speziellen Hafenfahrzeugen erledigt. Teilweise packst du auch selbst mit an und steuerst zum Beispiel kleinere Lastkräne oder Gabelstapler. Wichtig ist außerdem, dass die Container fachgerecht beladen sind – sonst könnte es passieren, dass die Ladung verrutscht und die Ware beschädigt wird.

Wie wichtig ist

In den verschiedenen Logistikberufen gibt es unterschiedliche Anforderungen. Hier siehst du, was für Fachkräfte für Hafenlogistik sehr wichtig – und was eher nebensächlich ist.


  • Organisationstalent

    Ob du nun Termine zum Umladen organisierst oder entscheidest, wo und wie eine Lieferung gelagert wird – im Hafen geht nichts über gute Organisation. Wenn doch mal Termine nicht eingehalten werden können, weil sich ein Schiff verspätet, findest du schnell eine Lösung für das Problem.

  • Kommunikationsstärke

    Direkten Kundenkontakt hast du eher selten. Trotzdem stimmst du dich für deine Arbeit mit vielen Leuten ab – mit Kranführern, Lkw-Fahrern, Kapitänen oder Zollmitarbeitern.

  • Englischkenntnisse

    Die Schifffahrt ist ein internationales Geschäft. Du hast aber kein Problem, auch englischsprachige Lieferpapiere zu verstehen oder dich mit ausländischen Schiffsbesatzungen zu verständigen.

  • Technikverständnis

    Dein Berufsalltag ist bestimmt von moderner Technik: Du bedienst Handscanner und Messgeräte und erledigst die Lagerorganisation mithilfe spezieller Computerprogramme.

  • Fitness

    Wegen der vielen Technik am Hafen kommt es in diesem Beruf nicht mehr so oft vor, dass du selbst mit anpacken musst. Wenn doch mal Zupacken angesagt ist – zum Beispiel beim Ausladen eines beschädigten Containers – greifst du deinen Kollegen natürlich unter die Arme.

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Schirmherr der Nachwuchsinitiative "Hallo, Zukunft!" ist Andreas Scheuer MdB
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