Ausbildung zum Eisenbahner/-in im Betriebsdienst

Eisenbahner
© Willmy

Berufsbild

In Deutschland sind jeden Tag tausende Züge unterwegs. Bislang wurde die Ausbildung als Eisenbahner-/in im Betriebsdienst in zwei Fachrichtungen angeboten. In der Fachrichtung Fahrweg sorgst du für den reibungslosen Ablauf des Personen- und Gütertransports im Schienenverkehr. In der Fachrichtung Lokführer und Transport dagegen steuerst du Loks und Triebfahrzeuge im Nah- und Fernverkehr. Schlägst du die Fachrichtung Fahrweg ein, erwarten dich in der Regel als Fahrdienstleiter/-in vielfältige Aufgaben. Du behältst im Stellwerk die Übersicht und Aufsicht über die Fahrstrecken und rangierst Züge. Arbeiten kannst du bei Schienennetzbetreibern im Personen- und Güterverkehr oder in Unternehmen zum Betrieb von Zugsicherungssystemen.

In diesem Jahr wurde eine neue Verordnung zur Eisenbahner-Ausbildung veröffentlicht. Die wichtigste Neuerung: es gibt künftig eine Trennung in zwei dreijährige Ausbildungen mit den Abschlüssen „Eisenbahner/in im Betriebsdienst Lokführer/in und Transport“ mit den beiden Einsatzgebieten Güterverkehr und Personenverkehr sowie „Eisenbahner/in in der Zugverkehrssteuerung“. In einem gemeinsamen ersten Ausbildungsjahr erlernen die Azubis zunächst berufsübergreifende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die allgemein für die Tätigkeit im Eisenbahnbereich benötigt werden. Im Anschluss erfolgt die Spezialisierung. Die geplanten Ausbildungsordnungen gelten ab 1. August 2022.

Vergütung

Beispielhafte Ausbildungsvergütungen pro Monat:

Alle Bundesländer:

1. Lehrjahr: 1019 Euro

2. Lehrjahr: 1088 Euro

3. Lehrjahr: 1157 Euro

Quelle: Berufenet (Stand: 1.1.2022)

Dauer

Die Ausbildung dauert drei Jahre und wurde bislang in den zwei Fachrichtungen „Lokführer und Transport“ oder „Fahrweg“ angeboten. Ab August 2022 kommt die Aufspaltung in zwei dreijährige Ausbildungen mit den Abschlüssen „Eisenbahner/in im Betriebsdienst Lokführer/in und Transport“ mit den beiden Einsatzgebieten Güterverkehr und Personenverkehr sowie „Eisenbahner/in in der Zugverkehrssteuerung“.

Aufgaben

Als Eisenbahner/-in im Betriebsdienst kann es deine Aufgabe sein, Güter- und Personenzüge von A nach B zu bringen. Das ist trotz der elektronischen Hilfsmittel im Führerstand moderner Loks gar nicht so einfach. Du musst zum Beispiel wissen, wie sich dein Bremsweg verlängert, wenn du mehr Waggons angehängt hast. Wenn du unterwegs bist, bleibst du immer konzentriert, beachtest die Strecken­signale und hältst den Kontakt mit den Kollegen im Stellwerk.

Du kannst auch im Rangierbetrieb arbeiten, zum Beispiel auf einem Güterbahnhof. Dann sorgst du dafür, dass immer die richtigen Waggons an die vorgesehenen Loks angehängt werden. Außerdem überprüfst du die Technik der Züge: Sind die Bremsen einsatzbereit, funktionieren die elektronischen Instrumente, sind alle Waggons fest verkuppelt? Erst wenn alles in Ordnung ist, bringst du den Zug zum vorgesehenen Abfahrgleis.

Wenn du im Stellwerk arbeitest, bist du sozusagen der Dirigent im Schienennetz. Du schaltest die Weichen und Signalanlagen, gibst Zugmeldungen ab und weist den Lokführern die Gleise zu, auf denen sie fahren dürfen. Wenn es Probleme gibt – zum Beispiel, weil eine Weiche festgefroren ist –, musst du schnell reagieren und Verspätungen in den Fahrplan einberechnen.

Als Eisenbahner/-in im Betriebsdienst kannst du auch in der Kundenbetreuung arbeiten. Im Güterverkehr berätst du zum Beispiel Firmen, wie sie ihre Waren am besten auf der Schiene transportieren. Auch wenn du im Personenverkehr arbeitest, gehört der Kundenkontakt zu deinem Arbeitsalltag, zum Beispiel, wenn du am Infoschalter die Fahrgäste über Preise und Verbindungen informierst.

Wie wichtig ist

In den verschiedenen Logistikberufen gibt es unterschiedliche Anforderungen. Hier siehst du, was für Eisenbahner im Betriebsdienst sehr wichtig – und was eher nebensächlich ist.  


  • Organisationstalent

    In diesem Beruf solltest du gut organisieren können. Das optimale Zusammenstellen der Züge am Güterbahnhof ist beispielsweise gar nicht so einfach. Und im Stellwerk brauchst du viel Organisationsgeschick, wenn du den Lokführern die Gleise zuweist.

  • Kommunikationsstärke

    Als Eisenbahner im Betriebsdienst solltest du dich gut ausdrücken können. Zum Beispiel wenn du als Lokführer die Fahrgäste über Verspätungen informierst oder Kunden im Güterzentrum ein Angebot zusammenstellst.

  • Englischkenntnisse

    Für die meisten Aufgaben ist es nicht so wichtig, dass du gut Englisch kannst. Eine Ausnahme ist die Kundenberatung, wo Englischkenntnisse heute selbstverständlich sind.

  • Technikverständnis

    Ob in der Führerkabine eines Zuges oder am Bildschirm im elektronischen Stellwerk – heute gehört moderne Technik im Bahnverkehr zum Alltag.

  • Fitness

    Der Bahnverkehr wird heute meistens elektronisch gesteuert. Deshalb kommt es immer seltener vor, dass man zupacken muss. Je nach Aufgabengebiet kann die Arbeit aber schon noch anstrengend sein, zum Beispiel beim Aneinanderkoppeln der Züge im Rangierdienst.

Eisenbahner Abschlüsse Ausgabe 2022

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