Ausbildung zum Industriekaufmann/ -frau

Industriekaufmann
© Syda Productions/AdobeStock.com

Berufsbild

Industriekaufleute sind die Allrounder und können viele Aufgaben im Logistikbereich übernehmen. Zum Beispiel, wenn du im Einkauf eines Industrieunternehmens arbeitest und dich darum kümmerst, dass in den Produktionshallen für genügend Nachschub gesorgt ist. Du kannst aber auch in Vertrieb und Marketing arbeiten und den Verkauf ankurbeln, zum Beispiel indem du Werbemaßnahmen planst. In welchem Bereich du auch arbeitest – zu deinen Aufgaben gehört es in der Regel, dass du Angebote und Preise kalkulierst, Verhandlungen und Kundengespräche führst und Arbeitsabläufe organisierst.

Vergütung

Beispielhafte Ausbildungsvergütungen pro Monat:

1. Ausbildungsjahr: 700 bis 850 Euro (Handwerk), 976 bis 1047 Euro (Industrie)

2. Ausbildungsjahr: 770 bis 900 Euro (Handwerk), 1029 bis 1102 Euro (Industrie)

3. Ausbildungsjahr: 865 bis 1000 Euro (Handwerk), 1102 bis 1199 Euro (Industrie)

Quelle: Berufenet (Stand: 1.1.2022)

Dauer

Die Ausbildung dauert drei Jahre.

 

Aufgaben

Eine wichtige Aufgabe für Industriekaufleute ist es, Waren zu kaufen oder zu verkaufen. Wenn du im Einkauf eines Industrieunternehmens arbeitest, berechnest du zum Beispiel den Bedarf für die Produktion und holst entsprechende Angebote ein. Welcher Lieferant kann die Ware in der benötigten Qualität und zum besten Preis liefern? Dafür ist es wichtig, dass du gut mit Zahlen umgehen kannst – beim Kalkulieren helfen dir Computerprogramme.

Auch das Verhandeln gehört zu deinen Aufgaben, zum Beispiel mit Lieferanten oder mit Kunden. Kannst du vielleicht einen besseren Preis bekommen, wenn du eine größere Menge bestellst? Bei den Verhandlungen bist du immer höflich. Trotzdem weißt du genau, was du willst. Schließlich willst du ja die besten Konditionen für dein Unternehmen vereinbaren.

Du musst auch viel organisieren. Im Einkauf und in der Materialwirtschaft bedeutet das, dass du Termine mit den Lieferanten koordinierst. Ist die Ware angeliefert, sorgst du dafür, dass alles an den Platz kommt, wo es hingehört. Was nicht gleich gebraucht wird, wird so eingelagert, dass man es bei Bedarf schnell wiederfindet. Auch hier ist dein Organisationsgeschick gefragt.

Industriekaufleute können auch viele andere Aufgaben übernehmen: Du kannst zum Beispiel im Vertrieb eines Unternehmens arbeiten und dir Verkaufsstrategien überlegen. Oder du arbeitest in der Personalabteilung und kümmerst dich um die Schichtpläne. Oder du achtest im Rechnungswesen darauf, dass die Kosten in deinem Unternehmen nicht aus dem Ruder laufen.

Wie wichtig ist

In den verschiedenen Logistikberufen gibt es unterschiedliche Anforderungen. Hier siehst du, was für Industriekaufleute sehr wichtig – und was eher nebensächlich ist.


  • Organisationstalent

    In diesem Ausbildungsberuf brauchst du viel Organisationsgeschick, zum Beispiel wenn du die Lieferung der Waren vom Lager in die Produktion planst.

  • Kommunikationsstärke

    Wenn du im Ein- oder Verkauf arbeitest, gehört das Verhandeln mit den Kunden zu deinen wichtigsten Aufgaben. Aber auch in anderen Bereichen, wo Industriekaufleute arbeiten, gehört Kundenkontakt in der Regel mit dazu. Bei manchen Terminen ist entsprechende Business-Kleidung angesagt.

  • Englischkenntnisse

    Viele Unternehmen, bei denen Industriekaufleute arbeiten, haben auch internationale Geschäftspartner. Deshalb wird von Industriekaufleuten erwartet, dass sie gut Englisch können.

  • Technikverständnis

    Der Computer ist dein wichtigstes Arbeitswerkzeug, zum Beispiel, wenn es darum geht, die Kosten von Bestellungen zu kalkulieren. Du hast absolut keine Scheu vor Zahlen, und gängige Office-Software beherrschst du aus dem Effeff.

  • Fitness

    In diesem Beruf kommt es normalerweise nicht so oft vor, dass man anpacken muss. Trotzdem wird es gerne gesehen, wenn du bei einer Lieferung auch mal den Kollegen aus dem Lager unter die Arme greifst.

Industriekaufmann Abschlüsse Ausgabe 2022

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