17.08.2011

Kosten für die Erstausbildung lassen sich steuerlich absetzen

Mädchen, Frau, 50 Euro, Geldschein, Sparen, Gewinnen
Auszubildende bekommen zum Berufsstart
möglicherweise bald Geld vom Finanzamt wieder
© Shutterstock/Benicce

Hohe Ausbildungskosten lassen sich in Zukunft leichter von der Steuer absetzen. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat jetzt entschieden, dass die Ausgaben für die berufliche Erstausbildung und das Erststudium nach dem Schulabschluss in voller Höhe steuerlich geltend gemacht werden können. Der BFH widersprach mit zwei Urteilen der bisherigen Praxis der Finanzämter, wonach Aufwendungen wie Studiengebühren generell nicht mit späteren Steuerzahlungen verrechnet werden können.

Der BFH gab Klagen eines jungen Piloten und einer angehenden Medizinerin statt, die ihre Bildungskosten 2004 als vorweggenommene Werbungskosten beim Finanzamt geltend gemacht und eine entsprechende Verlustfeststellung beantragt hatten. In beiden Fällen waren die Aufwendungen für die Ausbildung und das Erststudium nötig, um die entsprechende Stelle und das Gehalt zu bekommen. Die Kläger durften deshalb im ersten Berufsjahr ihre Einkünfte um die vorher geltend gemachten Verluste verringern - und damit weniger Steuern zahlen. Aber nur, weil die Betroffenen die Kosten selbst bezahlt und nicht die Eltern als Sponsor ausgeholfen hatten.

 

Das Finanzministerium muss noch zustimmen

Nach den zwei Musterurteilen können Auszubildende und Studierende nun ihre Kosten für die Miete am Studien- oder Ausbildungsort, Semestergebühren, Computer und Fachliteratur während ihrer Ausbildung geltend machen. Mit der ersten Einkommenssteuererklärung nach der Ausbildung könnten sie diese Ausgaben dann mit ihrem Einkommen verrechnen und dadurch Geld sparen. Ob die Steuererleichterungen tatsächlich wirksam werden, ist derzeit unklar. Zunächst muss das Finanzministerium entscheiden, ob die Sprüche der Richter auch in der Praxis umsetzbar sind.

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