20.03.2012

Rechte und Pflichten des Azubis

Der Ausbildungsvertrag ist unterschrieben, die erste Hürde der Berufslaufbahn überwunden. Doch für eine erfolgreiche Ausbildung ist es wichtig, dass du deine Rechte und Pflichten kennst: Von A wie Ausbildungsverkürzung bis Z wie Zeugnis.

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Bei Ärger mit dem Ausbilder: Kenne deine Rechte und Pflichten. © runzelkorn/Fotolia.com

Ein Azubi ist weder Kopierdame noch privater Botenjunge. Im schriftlichen Ausbildungsvertrag und im Berufsbildungsgesetz sind die Rechte der Auszubildenden festgehalten, die von ihren Arbeitgebern gewahrt werden müssen. Doch sie beschreiben auch die Pflichten, die jeder Azubi erfüllen muss.

Die Lernpflicht

Als Azubi verpflichtest du dich dazu, einen Beruf zu erlernen und dir die dafür notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten anzueignen. Als Nachweis über die Tätigkeiten und Fortschritte dient das Berichtsheft, das ein Auszubildender führen muss.
Der Unterricht in der Berufsschule ist ebenfalls ein wesentlicher Teil der Ausbildung und deshalb Pflicht für alle Azubis.  

Die Probezeit
Im Ausbildungsvertrag steht neben Gehalt und der verbindlichen Dauer der Ausbildung auch die Länge der Probezeit – meist ein bis maximal vier Monate. Während dieser ersten Zeit können beide Seiten den Arbeitsvertrag ohne Nennung von Gründen kündigen. Darüber hinaus haben Auszubildende ein Recht auf Ausbildungsverlängerung und Ausbildungsverkürzung. Der erste Fall tritt ein, wenn ein Azubi die Abschlussprüfung nicht besteht. Er darf die Prüfung dann maximal zweimal wiederholen. Wenn ein Azubi besonders gute Leistungen erbringt oder sich eine berufliche Vorbildung anrechnen lassen kann, hat er das Recht auf eine Verkürzung der Ausbildungszeit. 

Urlaub
Azubis haben ein Recht auf Urlaub, abhängig von ihrem Alter sind das 24 bis 30 Tage. Lehrlinge dürfen ein Viertel ihrer Ausbildung im Ausland verbringen, etwa indem sie an einem Austauschprogramm teilnehmen. Der Arbeitgeber muss dem aber zustimmen.

Die tägliche Arbeit
Die Aufgaben, die ein Azubi übernimmt, müssen dem Ausbildungszweck angepasst sein. Ein Azubi darf sich weigern, persönliche Besorgungen für seinen Chef zu erledigen, oder Tätigkeiten zu übernehmen, die seine körperlichen Kräfte übersteigen. Natürlich muss sich der Azubi an die Regeln seines Betriebes halten: Es wird erwartet, dass er die Betriebsordnung beachtet, Vorgaben seines Vorgesetzten befolgt, pünktlich und verlässlich ist. Dazu gehört auch, dass betriebliche Geheimnisse gewahrt und Arbeitsmaterialien pfleglich behandelt werden. 

Krankheit
Wird ein Azubi krank, muss er sich sofort bei seinem Ausbilder abmelden und ab dem dritten Tag ein Attest einreichen. Bei ernsthaften Erkrankungen hat ein Azubi Recht auf eine Weiterzahlung des Gehalts bis zu sechs Wochen. Danach übernimmt die Krankenkasse und zahlt ein Krankengeld, das 70 bis 90 Prozent des Nettoeinkommens entspricht.

Nach der Prüfung
Nach dem erfolgreichen Abschluss hat jeder Azubi ein Recht auf ein schriftliches Zeugnis seines Arbeitgebers. Eventuell getroffene Vereinbarungen über eine Weiterbeschäftigung sind nur gültig, wenn sie in den letzten sechs Monaten der Ausbildung getroffen wurden.

Hier findest du weitere Informationen zum Berufsbildungsgesetz.

 

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Schirmherr der Nachwuchsinitiative "Hallo, Zukunft!" ist Andreas Scheuer MdB
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Die Nachwuchsarbeit liegt ihm besonders am Herzen: "Die Logistik hält Deutschland am Laufen. Waren es früher in erster Linie Unternehmen, die auf Logistik angewiesen waren, so sind es heute zunehmend auch ganz normale Verbraucher. So ziemlich jeder bestellt mittlerweile Waren im Internet und freut sich, wenn sie ihm in kürzester Zeit nach Hause geliefert werden. Logistik erleichtert Menschen das Leben – und ist damit eine echte Zukunftsbranche! Ich freue mich sehr, dass die Ausbildungsinitiative „Hallo, Zukunft“ dabei hilft, Schülerinnen und Schüler für diese Zukunftsjobs zu begeistern."