20.11.2019 | Fachkräftemangel

Bundesagentur für Arbeit: Lokführer gesucht

Lokführer ist kein leichter Job, denn man trägt eine große Verantwortung für Menschen und Güter. Es handelt sich allerdings um einen Arbeitsplatz mit Zukunft – sagen Experten.

Lokführer
Angesichts der aktuellen Umweltdebatte werden künftig wohl mehr Züge unterwegs sein. Dafür braucht es aber auch entsprechendes Personal © Deutsche Bahn AG

Angesichts der aktuellen Diskussion um umweltfreundliche Verkehrsmittel und Transportwege wird der Beruf nach Ansicht von Arbeitsmarktexperten weiter an Bedeutung gewinnen. „Denn wenn mehr Züge auf das Gleis gehoben werden sollen, braucht es auch mehr neue Lokführer“, sagte der Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit in Halle, Kay Senius. In dem Beruf fehle aber an Nachwuchs. Außerdem sei der Anteil älterer Lokführer gestiegen.

2018 lag der Anteil beschäftigter Lokführer über 55 Jahre in Sachsen-Anhalt bei 38 Prozent, bundesweit hingegen bei 20 Prozent. Der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GdL) zufolge wird sich der Mangel an Lokführern wegen der Demografie verschärfen. Unterdessen werben Eisenbahnunternehmen verstärkt um Nachwuchs und Beschäftigte aus anderen Berufen, um sie als Quereinsteiger zum Lokführer zu qualifizieren.

Besonders wichtig: Langfristige Schicht- und Personalplanung

Nach Ansicht der Gewerkschaft ist es nötig, neben guter Bezahlung noch mehr als bisher attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen. Dazu zählten langfristige Schicht- und Personalplanungen, sagte eine GdL-Sprecherin in Frankfurt (Main). „Schichten müssen planbarer werden, damit Beschäftigte wissen, ob sie sich am Wochenende oder auch Feiertag etwas vornehmen können mit der Familie“, sagte sie.

Nach Angaben der Regionaldirektion liegt die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Auszubildenden in Sachsen-Anhalt seit einigen Jahren auf etwa gleichem Niveau. Viele Bewerber fielen jedoch bei der Rekrutierung durch, weil hohe Ansprüche an die physische und psychische Leistungsfähigkeit der angehenden Lokführer gestellt werden, erklärte Senius.

„Es kann und darf nicht jeder einen Zug steuern“, sagte er. Um Quereinsteiger aus anderen Berufen als Lokführer zu gewinnen, müssten bei der Umschulung genauso hohe Anforderungen in der Ausbildung erfüllt werden wie in der regulären dreijährigen Berufsausbildung. Laut Gewerkschaft sind derzeit rund 28.000 Lokführer auf dem deutschen Schienennetz unterwegs. (dpa/sn)

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