15.10.2021 | Kreative Ideen und Flexibilität für den Azubi-Alltag

Corona erschwert die Integrationsarbeit in Ausbildung und Beschäftigung

Die Corona-Pandemie hat für viele Unternehmen enorme Herausforderungen mit sich gebracht. So wurde auch das Engagement bei der Integration von Geflüchteten in Ausbildung und Beschäftigung auf eine harte Probe gestellt. Das belegt eine DIHK-Umfrage zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Integrationsarbeit vom August dieses Jahres.

Azubis Corona
Die Corona-Pandemie hat Folgen für Azubis, vor allem für Geflüchtete © Dan Race / stock.adobe.com

Eine DIHK-Umfrage zeigt: In den letzten beiden corona-geprägten Jahren war es vor allem für Auszubildende mit Migrationshintergrund schwierig: Die Azubis sind für mobiles Arbeiten oder Fernunterricht technisch oft nur mangelhaft ausgestattet, und die für die Erteilung der Arbeitserlaubnisse oder Aufenthaltspapiere zuständigen Behörden waren vielfach nur schwer erreichbar. Zudem ist es für die Betriebe komplizierter geworden, passende Kandidaten zu finden und zu kontaktieren.

Die Wirtschaft bringt sich ein 

Viele Unternehmen haben dennoch auch während der Pandemie versucht, ihre Azubis und Mitarbeitenden zu halten. Mit kreativen Ideen und Flexibilität wurden Wege gefunden, den Ausbildungsalltag an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen – beispielsweise durch digitalisierte Inhalte oder die Arbeit in Kleingruppen. Auf geschlossene Berufsschulen und ausgefallene Sprach- und Förderangebote haben die Betriebe mit unternehmensinternen Lösungen wie zusätzlichen Kursen reagiert. Auch die Industrie- und Handelskammern haben ihr Beratungs- und Unterstützungsangebot angepasst und größtenteils digitalisiert. So wurden zum Beispiel Apps für digitale Speed Datings entwickelt, um das Matching zwischen Unternehmen und Bewerbern zu ermöglichen, oder Online-Prüfungsvorbereitungs-Workshops organisiert. Ganz praktische Unterstützung leistet das Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge – eine gemeinsame Initiative von DIHK und Bundeswirtschaftsministerium: mit Informations- und Vernetzungsangeboten für Betriebe, die sich bei der Integration von Geflüchteten in Ausbildung und Beschäftigung engagieren wollen. Im Rahmen einer beitragsfreien Mitgliedschaft stellt das Netzwerk Informationen, Best-Practice-Beispiele und vieles mehr für die Betriebe bereit.

Wie geht es weiter? 

Die Beschäftigungszahlen von Geflüchteten steigen aktuell wieder: Derzeit befinden sich rund 395.000 Geflüchtete in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung – vor der Krise waren es 360.000. Es rücken jedoch bereits vor Corona bekannte Probleme am Arbeitsmarkt wieder stärker in den Fokus: Der Fachkräftemangel droht für die deutsche Wirtschaft zunehmend zu einer enormen Herausforderung zu werden. Eine gute Integrationsarbeit kann mittel- und langfristig einen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten.   Allerdings besteht weiterhin mangelnde Planungssicherheit bei der Einstellung von Asylbewerbern und Geduldeten. Hier wünschen sich die Unternehmen beispielsweise einen Schutz vor Abschiebung während ausbildungsvorbereitender Maßnahmen wie der Einstiegsqualifizierung. Zudem gibt es bei der fachsprachlichen Förderung Verbesserungspotenzial. Die Betriebe sehen hier mehr branchen- und berufsspezifischere Inhalte als notwendig an. Damit die Kurse leichter ausbildungsbegleitend stattfinden können, sollten sie zudem zeitlich flexibler angeboten werden. Die Pandemie hat deutlich gemacht, dass die Digitalisierung dabei wichtige Impulse setzen kann. Darüber hinaus konnten so auch mehr Kurse stattfinden, da die Mindestteilnehmerzahl leichter erreicht wurde – insbesondere durch eingesparte, sonst sehr lange Fahrzeiten im ländlichen Raum. Insgesamt sollte aus Sicht der Wirtschaft der Ausbau des digitalen Sprachkursangebots weiterentwickelt und zum Dauerformat gemacht werden. (ste)

 

 

 

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