19.05.2021 | Wasserstoff-Lkw

Das ist Daimlers Brennstoffzellen-Actros

In der Brennstoffzelle liegen die Hoffnungen der Nutzfahrzeugindustrie für einen emmissionsfreien Antrieb im schweren Fernverkehr. Nun hat Daimler Trucks hat seinen Brennstoffzellen-Lkw GenH2 mit Wasserstoffantrieb enthüllt - bis er auf die Straße geht, wird es aber noch ein paar Jahre dauern.

Daimler Trucks H2 Actros
Dreht aktuell auf dem Testgelände in Wörth seine Runden: der von Daimler Trucks angekündigte Brennstoffzellen-Lkw © VerkehrsRundschau/Gerhard Grünig

Seit Ende April dreht der von Daimler Trucks angekündigte Brennstoffzellen-Lkw GenH2 mit Wasserstoffantrieb seine Runden auf dem Testgelände in Wörth. 2023 folgt die Kundenerprobung, ab 2027 soll der Neue in den Verkauf gehen. Bis zu 1000 Kilometer soll der neue GenH2, basierend auf der aktuellen Actros-Generation künftig schaffen. Noch fährt er mit Druck-Wasserstoff unter 350 bar. Für die Serie peilt Daimler allerdings Flüssig-Wasserstoff mit -253 Grad an. Mit rund 80 Kilo davon lassen sich die anvisierten Reichweiten dann realisieren. Äußerlich merkt man dem in hippen Mattschwarz lackierten Actros mit neuer Antriebstechnik kaum etwas an.

Wegen des „Kühlturms“ hinter der Kabine braucht es einen etwas größeren Radstand. Daimler geht davon aus, dass sich die Gesamtzuglänge um etwa 60 bis 70 Zentimeter verlängern wird – abgedeckt durch die neue Längengesetzgebung der EU. Die nutzt der GenH2 auch im Bereich Gesamtgewicht. Mit dann erlaubten 41 Tonnen verspricht Daimler Nutzlasten im Bereich der aktuell bereits möglichen.

Die Leistungsdaten der Brennstoffzellen-Trucks lesen sich eindrucksvoll: Zwei E-Motoren mit je 230 kW Leistung sowie je 1577 Nm maximalem Drehmoment (im Peak 2 x 330 kW sowie 2 x 2071 Nm) stehen aktueller Verbrennertechnik in nichts nach. Seinen Strom bezieht der GenH2 aus zwei Brennstoffzellen à 150 kW, unterstützt durch eine HV-Batterie mit 70 kWh bzw. 400 kW. Alle Stromlieferanten können im Bedarfsfall zusammengeschlossen werden und sorgen so für ausreichend Power, um auch schwerste Topographie problemlos bewältigen zu können.

Aktuell arbeitet Daimler unter anderem daran, das Kühlmanagement aus insgesamt vier Kühlkreisläufen zu optimieren sowie das Antriebstrangmanagement zu optimieren – unter anderem durch Nutzung einer vorausschauenden Fahrstrategie über den GPS-Tempomat. So soll gewährleistet sein, dass unter anderem Batterieladung, Brennstoffzelleneinsatz und Rekuperation im Hinblick auf Brems- und Energiemanagement den jeweils optimalen Bedingungen entsprechen.

Im Gegensatz zu Volkswagen und seiner Nutzfahrzeugtochter Traton – mit MAN und Scania – ist Daimler Trucks überzeugt, dass der batterieelektrische Antrieb nur für den Verteilerverkehr auf kürzeren Strecken wirtschaftlich darstellbar ist und setzt deshalb in der Kooperation mit Volvo auf die Entwicklung leistungsfähiger Wasserstoff-Trucks für den schweren Fernverkehr. (gg)

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