11.06.2016 | Berufsorientierung für Flüchtlinge

Flüchtlinge praxisnah in eine Ausbildung bringen

Eine intensive, 13 Wochen umfassende Berufsorientierung eröffnet Flüchtlingen Wege in eine Berufsausbildung. Nicht mehr schulpflichtige junge Flüchtlinge werden Schritt für Schritt auf eine Ausbildung vorbereitet und dabei kontinuierlich begleitet.

Berufsorientierung
Eine praxisnahe Berufsorientierung für Flüchtlinge steht im Mittelpunkt von BOF. © Hetizia/Fotolia

Mit dem neuen Programm "Berufsorientierung für Flüchtlinge" (BOF)" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erhalten die Teilnehmenden vertiefte Einblicke in Ausbildungsberufe. Während der gesamten Maßnahme werden sie fachsprachlich qualifiziert und von einer Projektbegleitung individuell unterstützt. BOF gliedert sich in zwei Phasen: Die ersten neun Wochen finden in geschütztem Raum in Lehrwerkstätten statt, anschließend folgt eine vierwöchigen Betriebsphase.

Das Programm BOF ist, wie auch das Berufsorientierungsprogramm für allgemeinbildende Schulen, im BIBB angesiedelt und wird von dort aus fachlich und administrativ begleitet. BOF ist Teil der gemeinsamen Qualifizierungsinitiative "Wege in Ausbildung für Flüchtlinge" des BMBF, der Bundesagentur für Arbeit (BA) und des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Bis zu 10.000 junge Flüchtlinge sollen eine Chance auf eine Ausbildung im Handwerk erhalten.

Mit der „Berufsorientierung für Flüchtlinge - BOF“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erhalten junge Flüchtlinge vertiefte Einblicke in Ausbildungsberufe des Handwerks. Während der gesamten Maßnahme werden sie fachsprachlich qualifiziert und von einem Projektbegleiter individuell unterstützt. BOF gliedert sich in Werkstatttage und eine anschließende Betriebsphase.

Werkstatttage zur vertieften Berufsorientierung

Die Werkstatttage finden in den Lehrwerkstätten von überbetrieblichen Berufsbildungsstätten der Handwerksorganisationen (ÜBS) oder ihrer Kooperationspartner statt. Dort erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich intensiv mit ein bis drei Berufen zu beschäftigen, in denen sie sich eine Ausbildung vorstellen können. Neun Wochen lang testen sie in Vollzeit aus, ob die ausgewählten Berufe tatsächlich ihrer persönlichen Eignung und Neigung entsprechen.

Während der Werkstatttage erfahren sie außerdem mehr zu Aufbau und Inhalten der dualen Ausbildung in den gewählten Berufen und werden auf die Anforderungen der Berufsschule vorbereitet.

Betriebsphase zur Erprobung des Wunschberufs

Auf der Grundlange ihrer Erfahrungen während der Werkstatttage entscheiden sich die Teilnehmenden für einen Ausbildungsberuf, den sie während der Betriebsphase in einem Handwerksunternehmen weiter austesten. Hier wenden sie, vier Wochen lang in Vollzeit, die zuvor erworbenen Kompetenzen in der betrieblichen Praxis an. Sie erleben Arbeitsabläufe hautnah und lernen den Betrieb kennen. Umgekehrt lernt der Betrieb potenzielle Auszubildende kennen.

Vermittlung berufsbezogener Sprachkenntnisse

Während der Werkstatttage erhalten die Teilnehmenden berufsbezogenen Sprachunterricht. In der anschließenden Betriebsphase werden die Sprachkenntnisse im Arbeitsprozess weiter vertieft.

Im Anschluss an BOF sollen die Teilnehmenden direkt an einen Ausbildungsbetrieb vermittelt werden. Ist ein direkter Übergang in eine Ausbildung nicht möglich, können sie in einer weiterführenden Maßnahme (z.B. in einer Einstiegsqualifizierung oder einem betrieblichen Orientierungspraktikum) bis zum Beginn der Ausbildung weiter qualifiziert werden.

Projektförderung

Die BOF-Förderrichtlinie des BMBF ist am 20. April 2016 in Kraft getreten. Sie gilt bis zum Ablauf des 31. Dezember 2018. Förderanträge konnten ab dem 20. April 2016 für BOF-Maßnahmen gestellt werden, die frühestens am 1. Juni 2016 beginnen und spätestens mit Ablauf des 31. Dezember 2018 enden. Die aktuelle Antragsfrist endete am 20. Mai 2016.

Junge, nicht mehr schulpflichtige Flüchtlinge sollen in einem mehrstufigen Verfahren – Integrationskurs, allgemeiner und dann vertiefter Berufsorientierung – für die Einmündung in eine betriebliche Ausbildung im Handwerk fit gemacht werden. Dies ist das Ziel der gemeinsamen Initiative des BMBF, der BA und des ZDH.

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Andreas Scheuer

Schirmherr der Nachwuchsinitiative "Hallo, Zukunft!" ist Andreas Scheuer MdB
Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. 

Die Nachwuchsarbeit liegt ihm besonders am Herzen: "Die Logistik hält Deutschland am Laufen. Waren es früher in erster Linie Unternehmen, die auf Logistik angewiesen waren, so sind es heute zunehmend auch ganz normale Verbraucher. So ziemlich jeder bestellt mittlerweile Waren im Internet und freut sich, wenn sie ihm in kürzester Zeit nach Hause geliefert werden. Logistik erleichtert Menschen das Leben – und ist damit eine echte Zukunftsbranche! Ich freue mich sehr, dass die Ausbildungsinitiative „Hallo, Zukunft“ dabei hilft, Schülerinnen und Schüler für diese Zukunftsjobs zu begeistern."