02.07.2019 | BirdieMatch Berufs-Check

Neue Serie: Ohne Logistiker läuft nichts

In Kooperation mit dem Job-Matching-Portal BirdieMatch starten wir eine neue Serie, die sich mit der vielfältigen Jobwelt in der Transport- und Logistikbranche befasst. Zum Start lest ihr, was Logistik eigentlich genau ist, welche Teilgebiete sie umfasst und welche Aufgaben Logistiker im Job meistern müssen.

Logistik und Verkehr
Egal, in welcher Branche – Logistik ist unverzichtbar © alphaspirit/stock.adobe.com

Ob in der Rohstoffgewinnung, Beschaffung, Fertigung, Lagerung oder Verteilung oder sonst wo: Egal, an welcher Stelle der Supply Chain, und egal, in welcher Branche – Logistiker sind unverzichtbar.

Eigentlich ist alles mit logistischen Prozessen verbunden. Ob korrekte Versorgung von Patienten im Krankenhaus mit Medikamenten, Herstellung von Maschinen, Alltag an Universitäten, Kugelschreiber im Büro, Reparaturen – Logistik geht weit über den Warenfluss in den Supermarkt oder den Paketservice bis an die Haustür hinaus. Egal, an welcher Stelle der Supply Chain, und egal, in welcher Branche – Logistiker sind unverzichtbar.

1. Definition: Was ist Logistik?

Dem US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler mit Faible für die Logistik, Dr. Edward Grosvenor Plowman, wird zugeschrieben, bereits in den 1960er Jahren Logistik mit diesen sieben Merkmalen belegt zu haben: Logistik sichert die Verfügbarkeit des richtigen Gutes, in der richtigen Menge, im richtigen Zustand, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, für den richtigen Kunden, zu den richtigen Kosten.

Das Gabler-Wirtschaftslexikon bietet eine Definition „Logistik“ des Beraters Prof. Dr. Winfried Krieger. Danach umfasst Logistik „alle Aufgaben zur integrierten Planung, Koordination, Durchführung und Kontrolle der Güterflüsse sowie der güterbezogenen Informationen von den Entstehungssenken bis hin zu den Verbrauchssenken.“

Logistik umfasst also sehr unterschiedliche und auch vom jeweiligen Unternehmen abhängige Funktionen. Neben den operativen Aktivitäten des Transportierens, Umschlagens, Kommissionierens und Lagerns kann auch die ganzheitliche Optimierung arbeitsteiliger Funktionen gemeint sein, beispielsweise in Beschaffung, Produktion und Service. Oder es geht um das Fließen von Objekten in Netzwerken, die diverse Unternehmen umfassen.

2. Bedeutung der Logistik

Die Bedeutung der Logistik für den Unternehmenserfolg ist in den vergangenen Jahrzehnten laut Krieger kontinuierlich gewachsen. Ursachen dafür sind die Globalisierung der Märkte und Wertschöpfungsketten, die wachsende Durchdringung der logistischen Prozessketten mit Informations- und Kommunikationstechnologien, die verstärkte Individualisierung der Produkte für Konsumgütermärkte sowie die weltweite Deregulierung der Transport- und Telekommunikationsmärkte.

3. Teilgebiete der Logistik

Die Bundesvereinigung Logistik (BVL) stellt fest: „Der Bereich Logistik verändert sich ständig und bringt aufgrund der andauernden Ausdifferenzierung immer wieder neue Aufgabenfelder hervor. Zur besseren Unterscheidung logistischer Aktivitäten hat sich eine begriffliche Einteilung etabliert, die sich an den Phasen des Produktionsprozesses orientiert.“ Dazu gehören beispielsweise

  • Beschaffungslogistik, die den Weg der Rohstoffe vom Lieferanten zum eingangslager bezeichnet
  • Produktionslogistik, zu der vor allem Material- und Warenwirtschaft gehören
  • Distributions- oder Absatzlogistik, die sich auf die Verteilung von Waren vom Vertriebslager zum Kunden bezieht,
  • Entsorgungslogistik, zu der die Rücknahme von Abfällen, Recycling und Retourenversand gerechnet werden

4. Logistik als wissenschaftliche Disziplin

Obwohl bereits Plowman sich wissenschaftlich mit Logistik beschäftigt hat, hat erst die BVL das Grundverständnis dieser Disziplin 2010 in einem Positionspapier zusammengefasst: „Logistik ist eine anwendungsorientierte Wissenschaftsdisziplin. Sie analysiert und modelliert arbeitsteilige Wirtschaftssysteme als Flüsse von Objekten (v.a. Güter und Personen) in Netzwerken durch Zeit und Raum und liefert Handlungsempfehlungen zu ihrer Gestaltung und Implementierung. Die primären wissenschaftlichen Fragestellungen der Logistik beziehen sich somit auf die Konfiguration, Organisation, Steuerung oder Regelung dieser Netzwerke und Flüsse mit dem Anspruch, dadurch Fortschritte in der ausgewogenen Erfüllung ökonomischer, ökologischer und sozialer Zielsetzungen zu ermöglichen.“

5. Aufgaben von Logistikern

Logistik geht also weit über Transport, Umschlag und Lagerung hinaus. Logistiker sind dafür verantwortlich, alle unternehmensinternen und unternehmensübergreifenden Informations- und Güterflüsse ganzheitlich zu

  • planen
  • steuern
  • koordinieren
  • durchzuführen und zu kontrollieren. (s. BVL)

Sie sollen zudem folgende übergeordnete Ziele erreichen (s. Gabler):

  • Kostensenkung der logistischen Aktivitäten
  • Verbesserung von Wert und Nutzen von physischen Produkten und Dienstleistungen
  • Verbesserung der Flexibilität logistischer Systeme bezogen auf Veränderungen der Umfeldbedingungen.

6. Abgrenzung zu Spediteuren, Disponenten und Frachtführern

Ganz klar: Spediteure, Disponenten und Frachtführern gehören zu logistischen Prozessen dazu. Doch sie alle üben nur Teildisziplinen der Logistik aus. Dabei sind die Aufgaben nicht klar abgeteilt.

Spediteure, die Architekten des Transports, organisieren oder übernehmen für viele Kunden mittlerweile auch andere Aufgaben, etwa die Anlieferung von Gütern direkt am Produktionsband oder die Veredelung von Gütern, also einen Teil der unternehmensinternen Logistik. Es gibt diverse Unterarten von Spediteuren. Spediteure hat Dr. Jörg Berwanger für Gablers Wirtschaftslexikon definiert: „Derjenige, der gewerbsmäßig im Rahmen der für Speditionsgeschäfte gültigen Rechtsvorschriften Güterversendungen durch Frachtführer oder Verfrachter von Seeschiffen für Rechnung eines anderen (des Versenders) im eigenen Namen besorgt (§ 453 HGB).“

Disponenten wiederum organisieren vor allem die passenden Transportmittel für die zu befördernden Güter.

Frachtführer dagegen übernehmen den eigentlichen Transport. Durch den Frachtvertrag wird der Frachtführer verpflichtet, Frachtgut zu Lande, auf Binnengewässern oder mit Luftfahrzeugen zu befördern und dort an den Empfänger abzuliefern. Bei Beförderung zur See wird von einem Verfrachter gesprochen (§§ 407, 559 HGB). Dabei ist zu beachten, dass viele Spediteure auch über eigene Fahrzeuge verfügen, also im Selbsteintritt (§ 458 HGB) auch als Frachtführer tätig sind.

7. Wie wird man Logistiker?

Eine eigentliche Ausbildung zum Logistiker gibt es nicht, wohl aber zu vielen zur Logistik gehörenden Berufen wie Fachkraft für Lagerlogistik, Fachkraft für Hafenlogistik oder Kaufmann/frau für Spedition und Logistikdienstleistungen. Darüber hinaus bieten sich diverse Studiengänge an, die auch häufig den Begriff „Logistik“ oder Supply Chain Management“ im Namen tragen. Eine gute Zusammenstellung sowohl zu gewerblich/technischen Ausbildungen als auch zu kaufmännischen Ausbildungsgängen findet ihr im Hallo Zukunft-Jugendratgeber oder online im großen Berufeverzeichnis

 

8. Was verdient man in der Logistik?

Je nach Aufgabe und Tätigkeitsfeld – ob in der Industrie, im Handel oder in der Dienstleistungsbranche – variieren die Gehälter von Logistikern (siehe auch Berufeportraits). Einen aktuellen Überblick über die Verdienstchancen in der Logistikbranche gibt auch der aktuelle Gehaltsreport von BirdieMatch, für den detailliert rund 9000 Datensätze ausgewertet wurden.


Quelle: BirdieMatch hat sich auf Online-Job-Matching - nach dem Vorbild von Partnerbörsen - für Logistiker spezialisiert. Die Vision des im Oktober 2015 gegründeten Hamburger Unternehmens ist einfach: Logistiker sollen erfolgreich ihren Traumjob finden und Unternehmen ihre Logistik-Stellen mit passenden Kandidaten besetzen können. Ursprünglich mit dem Fokus auf kaufmännische Fach- und Führungskräfte gestartet, vermittelt BirdieMatch nun auch Jobs für Lagermitarbeiter/innen und Berufskraftfahrer/innen.

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Andreas Scheuer

Schirmherr der Nachwuchsinitiative "Hallo, Zukunft!" ist Andreas Scheuer MdB
Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. 

Die Nachwuchsarbeit liegt ihm besonders am Herzen: "Die Logistik hält Deutschland am Laufen. Waren es früher in erster Linie Unternehmen, die auf Logistik angewiesen waren, so sind es heute zunehmend auch ganz normale Verbraucher. So ziemlich jeder bestellt mittlerweile Waren im Internet und freut sich, wenn sie ihm in kürzester Zeit nach Hause geliefert werden. Logistik erleichtert Menschen das Leben – und ist damit eine echte Zukunftsbranche! Ich freue mich sehr, dass die Ausbildungsinitiative „Hallo, Zukunft“ dabei hilft, Schülerinnen und Schüler für diese Zukunftsjobs zu begeistern."