24.05.2021 | Betriebliches Langzeitpraktikum

Per Einstiegsqualifizierung zum Fachlageristen

Für junge Leute, die keine Lehrstelle finden, kann das Einstiegsqualifizierungsjahr (EQJ) ein Sprungbrett in das geregelte Ausbildungsverhältnis sein – gerade in der Logistik. Ein Unternehmen, das gute Erfahrungen damit gemacht hat, ist die Spedition Schuon aus dem Nordschwarzwald.

Schuon Einstiegsqualifizierung
Marissa Glaser, Leiterin der Professional Training Center GmbH, freut sich über das erfolgreiche Einstiegsqualifizierungsjahr von Jeremy Rückriem, den die Spedition Schuon im September als Auszubildenden im zweiten Lehrjahr übernehmen wird © Alfred Schuon GmbH

„Der Ausbildungsmarkt ist großen strukturellen Veränderungen ausgesetzt. Viele junge Menschen mit Studienberechtigung entscheiden sich mittlerweile für eine Lehre“, sagt Marissa Glaser, Leiterin der Professional Training Center GmbH (PTC). Das Tochterunternehmen der Spedition Schuon aus Haiterbach im Nordschwarzwald unterstützt gemeinsam mit den umliegenden Jobcentern Arbeitssuchende bei der Integration in den Arbeitsmarkt. Demnach fielen Nachwuchskräfte mit niedrigen Bildungsabschlüssen oft durch das Raster, „obwohl sie sich wegen ihrer praktischen Fähigkeiten hervorragend für die Logistikbranche eignen“, wie Glaser betont.

Ein wertvolles Instrument für Jugendliche, die trotz Vermittlung keinen Ausbildungsplatz finden, ist daher das so genannte Einstiegsqualifizierungsjahr (EQJ). Dabei handelt es sich um ein von der Arbeitsagentur gefördertes betriebliches Langzeitpraktikum für unter 25-Jährige ohne abgeschlossene Berufsausbildung – mit klarem institutionellen Rahmen. „Dauer wie Vergütung sind gesetzlich festgelegt. Das Gehalt zahlt der Staat, die Sozialversicherungsbeiträge übernimmt der Betrieb“, erklärt Glaser.

Neben praktischen Erfahrungen wird den Nachwuchskräften auch theoretisches Wissen an der Berufsschule vermittelt. Ziel der Maßnahme sei laut Glaser die spätere Übernahme in ein geregeltes Ausbildungsverhältnis: „Die Zeit der Einstiegsqualifizierung und die schulischen Leistungen können dabei auf die Ausbildungsdauer angerechnet werden.“ Auch auf Unternehmensseite gibt es viele Vorteile: „Die Betriebe können die Kandidatinnen und Kandidaten in Ruhe kennenlernen und entwickeln, ohne sich langfristig zu binden. Eine Win-Win-Situation“, so die Leiterin des PTC.

Der Logistikdienstleister Schuon hat das Modell selbst erfolgreich umgesetzt und wird zum Ausbildungsstart im September eine Nachwuchskraft nach erfolgreichem EQJ als Azubi im zweiten Lehrjahr übernehmen. Heike Kreidler, Personalmanagerin und Ausbildungsleiterin, berichtet: „Manchmal zeigt sich das wahre Potenzial erst bei näherem Kennenlernen. Deshalb wollen wir auch andere Unternehmen motivieren, Jugendlichen mit Startschwierigkeiten eine Chance zu geben.“

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Andreas Scheuer

Schirmherr der Nachwuchsinitiative "Hallo, Zukunft!" ist Andreas Scheuer MdB
Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. 

Die Nachwuchsarbeit liegt ihm besonders am Herzen: "Die Logistik hält Deutschland am Laufen. Waren es früher in erster Linie Unternehmen, die auf Logistik angewiesen waren, so sind es heute zunehmend auch ganz normale Verbraucher. So ziemlich jeder bestellt mittlerweile Waren im Internet und freut sich, wenn sie ihm in kürzester Zeit nach Hause geliefert werden. Logistik erleichtert Menschen das Leben – und ist damit eine echte Zukunftsbranche! Ich freue mich sehr, dass die Ausbildungsinitiative „Hallo, Zukunft“ dabei hilft, Schülerinnen und Schüler für diese Zukunftsjobs zu begeistern."

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