21.01.2019 | Studie zu Pendlermobilität

Zweidrittel der Azubis arbeiten vor Ort

Die Pendlermobilität von Auszubildenden fällt nicht nur zwischen den Regionen unterschiedlich aus – sie wird auch von Schulabschluss und Ausbildungsberuf beeinflusst.

Autofahrerin Pendeln
Pendeln ist vor allem für Azubis mit höherer Schulbildung ein Thema © Kaarsten/Fotolia

Vor allem in Berufen, die einen höheren Schulabschluss voraussetzen, finden sich hohe Pendlerquoten der Auszubildenden. Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Demnach sind Auszubildende in den so genannten MINT-Berufen – also in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik - überdurchschnittlich häufig mobil: Mehr als die Hälfte der Azubis in diesen Berufsgruppen pendelt in einen Nachbarkreis oder darüber hinaus. Auch Auszubildende in Marketing- und Medienberufen sind sehr häufig mobil, von ihnen pendelt fast jeder zweite zum Ausbildungsplatz.

In den Bau- und Ausbauberufen, in Gebäude- und versorgungstechnischen Berufen sowie Berufen des Verarbeitenden Gewerbes haben dagegen mehr als drei Viertel der Auszubildenden eine Ausbildungsstelle vor Ort. Unterm Strich absolvieren rund zwei Drittel der Auszubildenden eine Lehre im Wohnortkreis. Falls nicht, müssen sie überwiegend nur in den Nachbarkreis pendeln.

Für die regionale Ausbildungsplatzversorgung spiele insbesondere die Zahl der Großbetriebe vor Ort eine entscheidende Rolle, so die Studienautoren. Viele Großbetriebe in einer Region sorgten dafür, dass dort auch viele Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen. Gleichzeitig werden allerdings gut 70 Prozent aller Lehrlinge in kleinen und mittleren Betrieben ausgebildet. Diese Betriebe hätten jedoch zumeist eine begrenzte überregionale Sogwirkung auf Jugendliche, so die IAB-Forscher.

Städte wie Hamburg, Düsseldorf oder Stuttgart weisen dagegen eine gute Lehrstellenversorgung und damit durchweg hohe Einpendlerüberschüsse auf. Auszubildende aus ländlich geprägten Gebieten in Ost- und Norddeutschland legen dagegen im Durchschnitt weitere Entfernungen zurück als solche aus stärker verdichteten: „Das eher eingeschränkte Lehrstellenangebot in Verbindung mit hohen Entfernungen zu städtischen Zentren sind Gründe dafür, dass von dort aus weitere Strecken in Kauf genommen werden müssen“, schreiben die Forscher.

Während westdeutsche Lehrlinge fast ausschließlich in westdeutschen Städten und Landkreisen ihrer Ausbildung nachgehen, pendeln knapp vier Prozent der ostdeutschen Auszubildenden in den Westen. Zu Beginn des Jahrtausends lag der Anteil aber noch mehr als doppelt so hoch.

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