04.11.2019 | Lokführermangel

Flüchtlinge sollen Engpass bei Lokführern verringern

In Baden-Württemberg werden mit Unterstützung des Landes Flüchtlinge zu Lokführern ausgebildet, um so den Personalengpass zumindest verringern zu können.

Zug-Simulator Ausbildung
Winfried Hermann (r.), Verkehrsminister von Baden-Württemberg, sitzt zusammen mit einem Geflüchteten (l.) in einem Zug-Simulator © Tom Weller/dpa/picture-alliance

In einem bundesweit einzigartigen Projekt werden in Baden-Württemberg Flüchtlinge zu Lokführern ausgebildet. Sie sollen die Personalnot der Eisenbahn-Verkehrsunternehmen lindern. Nach Schätzungen fehlen derzeit mehrere Tausend Lokführer in Deutschland. Die ersten 15 Flüchtlinge im Alter von 22 bis 36 Jahren haben in Mannheim ihre einjährige Ausbildung zum Triebwagenführer begonnen.

Ein vom Land finanzierter Integrationscoach soll ihnen bei Verständigungsproblemen und Behördengängen helfen. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) sagte am Mittwoch, 30. Oktober 2019, in Mannheim: „Wir haben ein Problem: Jeder vierte Zug fällt aus oder kommt zu spät, weil ein Lokführer ausfällt.“

Land baut einen Lokführerpool auf 

Weiter betonte Hermann: „Lokführer kann man nicht auf dem Markt kaufen.“ Es brauche einen Puffer. Deshalb baue das Land einen Lokführerpool auf, aus dem Unternehmen Personal ausleihen dürfen. Das sei aber teuer und enthebe die Eisenbahn-Unternehmen nicht der Verantwortung für die Ausbildung.

Das mehr als eine Million Euro teure Modellprojekt war vom Land gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit ins Leben gerufen worden. Es hat zum Ziel, dem Personalmangel in der Bahnbranche zu begegnen und gleichzeitig Menschen mit Fluchterfahrung in Gesellschaft und Arbeitsmarkt zu integrieren. (dpa)

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