01.07.2020 | Neuer Ausbildungsberuf

Kaufleute im E-Commerce kommen gut an

Die Ausbildung zur Kauffrau/-mann im E-Commerce ist ein voller Erfolg und hat sehr viele Onlinehändler überzeugt, Ausbildungsbetrieb zu werden. Dies ergab eine aktuelle Befragung des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel.

Kauffrau E-Commerce
Eine Ausbildung als Kauffrau/-mann im E-Commerce kann man erst seit zwei Jahren machen - der neue Beruf hat sich bereits voll etabliert © Pressmaster/AdobeStock.com

Die Ausbildung zur Kauffrau/-mann im E-Commerce gibt es erst seit 2018 – und trifft offenbar den Nerv der Zeit. In einer aktuellen Befragung des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel (bevh) unter rund 500 Mitgliedsunternehmen gaben fast zwei Drittel an, in dem neuen Branchen-Beruf auszubilden. Sechs von zehn Betrieben wollen demnach auch in diesem Sommer wieder E-Commerce-Kaufleute zur Ausbildung einstellen.

Dass es nicht mehr Betriebe sind, liegt an zwei wesentlichen Faktoren: Entweder sind die bisher bereitgestellten Ausbildungsplätze schon vergeben – oder die Betriebe finden in ihrer Region keine E-Commerce-Azubis, heißt es seitens des bevh. In Corona-Zeiten dürfte noch eine Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung, die Ertragssituation der Unternehmen und den zukünftigen Bedarf an Beschäftigten hinzukommen. Deshalb begrüßt der bevh das jüngst von der Regierung beschlossene Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“.

Mehr als 77 Prozent der Teilnehmer an der bevh-Umfrage gaben an, derzeit auszubilden. An zweiter Stelle hinter den E-Commerce-Kaufleuten, die von 65 Prozent der Befragten ausgebildet werden, liegt mit knapp 40 Prozent die Ausbildung zu Kaufleuten im Groß- und Außenhandel. Auch diese gerade frisch reformierte Ausbildung sei künftig eine ideale Ergänzung für die Betriebe, weil sie E-Business in der Beschaffung und Lieferkette stärker reflektiere, so der bevh.

Weitere im E-Commerce häufiger ausgebildete Berufe sind Mediengestalterinnen und -gestalter beziehungsweise Marketing-Managerinnen und -Manager, Fach-Informatikerinnen und -Informatiker, Logistik-Fachkräfte und Kaufleute für Büromanagement. Im Vergleich aber hätten sich innerhalb von zwei Jahren E-Commerce-Kaufleute als der wichtigste Ausbildungsberuf der Branche etabliert, so der Verband.

Fast jeder zweite Betrieb sieht die Anforderungen seines E-Commerce-Geschäfts durch das Berufsbild „genau getroffen“, nur 6 Prozent der befragten Händler sagen, dass derzeit nicht alle für sie speziell nötigen Inhalte, zum Beispiel aus Logistik und IT im Beruf abgebildet würden.

„Die Ausbildung vermittelt einen Querschnitt für alle im E-Commerce erforderlichen Fertigkeiten und wird damit auch den Anforderungen von E-Commerce-Betrieben ohne Warenversand – etwa im Dienstleistungssektor, im Veranstaltungsgewerbe oder Tourismus gerecht. Damit ist sie offen und durchlässig sowie Basis für weitere Spezialisierung – beispielsweise als ebenfalls neue Fachwirtin oder Fachwirt im E-Commerce“, zieht Martin Groß-Albenhausen, Stv. Hauptgeschäftsführer des bevh, ein positives Fazit.

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