10.05.2019 | Studie

So ändert sich der Beruf Fachkraft für Lagerlogistik

Regelmäßig klopft das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) unterschiedliche Ausbildungsberufe im Hinblick auf den Einfluss von Digitalisierung auf die beruflichen Tätigkeitsprofile ab. Nun ist eine Studie zum Ausbildungsberuf „Fachkraft für Lagerlogistik“ erschienen.

Unitax Datenbrille
Modernste Kommissioniertechnologien wie die Erfassung mit der Datenbrille werden zwar noch lange nicht flächendeckend eingesetzt, zählen aber zu denjenigen "Logistik 4.0"-Anwendungen, die auch den Job Fachkraft für Lagerlogistik nachhaltig verändern dürften © Unitax

Digitale Technologien lassen sich schon seit langer Zeit nicht mehr aus Lager- und Logistikhallen wegdenken. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat nun in einer großen Studie untersucht, welche mittel- und langfristigen Veränderungen im Beruf „Fachkraft für Lagerlogistik“ aufgrund der Digitalisierung zu erwarten sind und was ein „Industrie 4.0“-Tätigkeits­profil in der Logistik-Branche für Qualifikationsanforderungen nach sich ziehen könnte. Die Ergebnisse zeigen, dass sich ein Wandel des Berufsprofils weg vom „Kistenschubser“ hin zum Systemlogistiker abzeichnet, da manuelle Tätigkeiten durch die Digitalisierung abnehmen, steuernde Funktionen jedoch stark zunehmen. Der Beruf werde damit anspruchsvoller.

Die Studie ergab aber auch: Obwohl in den letzten Jahren zahlreiche Technologien auf den Markt kamen, die die Logistikbranche oftmals als hoch technologisiert er­scheinen lassen, sind viele dieser Technologien in der Praxis noch lange nicht überall zu finden. Das liegt daran, dass die Ausprägung von Digitalisierung und Automatisierung von Logistikunterneh­men nicht nur abhängig von der Betriebsgröße zu sein scheint, sondern vor allem von den Kunden und der Ware sowie auch von der Art des Lagers. Shuttle-Technik, Inventurdrohnen, Google-Glasses und RFID-Armbänder in der Kommissionierung, vollauto­matisierte Hochregallager und die vollautomatische Kommissionierung seien am ehesten in Logistikzentren in Handel und Industrie anzutreffen. Am anderen Ende der Skala gebe es nach wie vor kleinere Be­triebe, bei denen die Datenerfas­sung noch überwiegend manuell erfolgt. Grundsätzlich gelte für unterschiedlichen Lager­typen über alle Branchen hinweg der Grundsatz: Technik wird dann eingesetzt, wenn es für das Unternehmen effizient ist.

Mit der Verschiebung von Aufgaben und Tätigkeiten im Zuge der Digitalisierung ergeben sich künftig aber unweigerlich neue Kompetenzbedarfe einer Fachkraft für Lagerlogistik. Daher wird erwartet, dass eine angehende Fachkraft für Lagerlogistik eine gewisse IT-Affinität mitbringt und unterschiedlichste Technologien bedienen und Software anwenden kann. 72,5 Prozent der für die Studie Befragten Unternehmen sehen hier bei bereits bestehen­der hoher Bedeutung einen zunehmenden Stellenwert.

Die komplette Studie könnt Ihr kostenlos auf der Website des BIBB abrufen.

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