12.06.2019 | „Pavement-Scanner“

Spezial-Lkw entdeckt Strassenschäden bei der Fahrt

Der mehrere Millionen Euro teure 22-Tonner ist an der Wuppertaler Universität entwickelt worden und wird als „Pavement-Scanner“ zu Forschungszwecken eingesetzt.

Lkw Pavement-Scanner, Bergische Universität Wuppertal
Der 22 Tonnen schwere Spezial-Lkw ist mit Lasern und Kameras ausgestattet, um den Straßenzustand während der Fahrt zu erkennen © Friederike von Heyden/Bergische Universität Wuppertal

Straßenschäden während der Fahrt erkennen, bevor sie sichtbar werden und für Staus sorgen: Das soll ein jüngst in Wuppertal vorgestellter, mehrere Millionen Euro teurer Spezial-Lastwagen mit reichlich Elektronik leisten, berichtet die "VerkehrsRundschau". In Anwesenheit von Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) nahm die Bergische Universität Wuppertal das spezielle Messsystem in einem Lkw am Dienstag offiziell in Betrieb. Der 22-Tonner wird als „Pavement-Scanner“ bezeichnet, die Technologie dahinter unter der Leitung von Professor Hartmut Beckedahl an der Wuppertaler Uni entwickelt. Der 14,5 Meter lange Lkw mit Lasern und Kameras funktioniere wie ein „MRT für die Straße“, erklärte der Forscher. 

Zu seiner Grundfunktion gehört das schnellfahrende Tragfähigkeitsmesssystem Traffic Speed Deflectometer (TSD). Dessen elf Doppler-Laser-Sensoren sorgen dafür, dass die Tragfähigkeit von Straßen im fließenden Verkehr mit bis zu 80 Kilometern pro Stunde berührungslos gemessen werden kann. Zudem verfügt der Pavement-Scanner über Messmöglichkeiten zur Erfassung von Schichtdicken und erlaubt die Bewertung wichtiger Merkmale, wie beispielsweise Längs- und Querebenheit einer Fahrbahnoberfläche oder vorhandene Risse. 

Die Bergische Universität Wuppertal ist nach eigenen Angaben die einzige Hochschule weltweit, die einen Pavement-Scanner zu Forschungszwecken betreibt. Zwei Jahre haben Planung und Herstellung gedauert.

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