05.08.2020 | Konjunktur

Weniger Entlassungen als befürchtet geplant

Branchenübergreifend ist das „Ifo-Beschäftigungsbarometer“ im Juli auf 93,2 Punkte gestiegen, der Arbeitsmarkt ist aber noch nicht über den Berg.

Kündigung Stempel
Im Handel entspannt sich die Lage langsam: Die Anzahl der Unternehmen, die Mitarbeiter entlassen wollen, ist zwar noch in der Überzahl, aber weniger stark als noch im Vormonat © Wolfgang Filser/Süddeutsche Zeitung Photo/picture-alliance

Im Dienstleistungssektor sollen sich Entlassungen und Einstellungen in den kommenden drei Monaten trotz der gegenwärtigen Corona-Krise in etwa die Waage halten. Das zeigt das „Ifo-Beschäftigungsbarometer“, das auf etwa 9000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Groß- und Einzelhandels und des Dienstleistungssektors basiert. Exklusiv für das „Handelsblatt“ fragt das Ifo-Institut die Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate bei den Firmen ab.

Pessimismus hat nachgelassen

Branchenübergreifend ist das Barometer im Juli auf 93,2 Punkte gestiegen, von 92,3 Punkten im Juni. Die deutschen Unternehmen planen also, weniger Mitarbeiter zu entlassen. Laut den Ifo-Experten sind Entlassungen aber vielerorts noch vorgesehen, vor allem in der Industrie. Der Pessimismus habe aber in den letzten zwei Monaten merklich nachgelassen. Zugelegt hat das Barometer erneut in der Industrie, jedoch stehen auch hier die Zeichen in vielen Firmen weiterhin auf Stellenabbau. Im Handel entspannt sich die Lage langsam. Die Anzahl der Firmen, die Mitarbeiter entlassen wollen, ist zwar noch in der Überzahl, aber weniger stark als noch im Vormonat. Nur im Bauhauptgewerbe hat das Beschäftigungsbarometer nachgegeben, teilt das Ifo-Institut mit.

Verkehr und Logistik: 38 Prozent weniger offene Stellen

Auch die Bundesagentur für Arbeit (BA) meldet leicht positive Zahlen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland hat im Juli wieder leicht zugenommen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist diese aber immer noch deutlich niedriger. Der Stellenindex BA-X der Bundesagentur für Arbeit stieg im Juli im Vergleich zum Juni um einen auf 92 Punkte, liegt aber 35 Punkte unter dem Vorjahreswert.

Damit könne sich nach dem Einbruch wegen der Corona-Krise der Beginn einer Aufwärtsbewegung auf niedrigem Niveau andeuten, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mit. Allerdings waren im Juli 2020 im Vergleich zum Juli 2019 in allen Branchen weniger freie Stellen gemeldet – bis auf den öffentlichen Dienst gab es einen Rückgang im zweistelligen Prozentbereich. Besonders betroffen war das Gastgewerbe, wo 44 Prozent weniger Stellen gemeldet waren. Bei Verkehr und Logistik sanken diese um 38 Prozent. Der Stellenindex beruht auf den Stellengesuchen, die bei der Arbeitsagentur gemeldet sind. Als Referenzwert dient der Durchschnitt des Jahres 2015, der mit 100 angegeben wurde. Im April lag der Stellenindex erstmals unter dem Referenzwert. (dpa/akw)

Verwandte Meldungen

Best Azubi 2020 Teaserbild
18.09.2020
Auf die Gewinner von "Best Azubi", Deutschlands größtem Wissenswettbewerb für angehende Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung, warten 10.000 Euro Preisgeld.
Mehr
Hellmann Top Ausbildung Auszeichnung
16.09.2020
Hellmann Worldwide Logistics hat zum zweiten Mal von der IHK Osnabrück das Qualitätssiegel „Top Ausbildung“ erhalten.
Mehr

ÜBER UNS

Die Nachwuchsinititative

"Hallo, Zukunft!" ist eine Nachwuchsinitiative für Ausbildungsberufe in Verkehr, Transport und Logistik des Verlag Heinrich Vogel und seiner Fachzeitschriften. „Hallo, Zukunft!“ kooperiert mit Pro-Fahrer-Image (PROFI), einem Verein zur Förderung der Transportlogistikbranche.

Mehr
Anzeige

Unterstützer & Fördermitglieder

SCHIRMHERRSCHAFT

Andreas Scheuer

Schirmherr der Nachwuchsinitiative "Hallo, Zukunft!" ist Andreas Scheuer MdB
Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. 

Die Nachwuchsarbeit liegt ihm besonders am Herzen: "Die Logistik hält Deutschland am Laufen. Waren es früher in erster Linie Unternehmen, die auf Logistik angewiesen waren, so sind es heute zunehmend auch ganz normale Verbraucher. So ziemlich jeder bestellt mittlerweile Waren im Internet und freut sich, wenn sie ihm in kürzester Zeit nach Hause geliefert werden. Logistik erleichtert Menschen das Leben – und ist damit eine echte Zukunftsbranche! Ich freue mich sehr, dass die Ausbildungsinitiative „Hallo, Zukunft“ dabei hilft, Schülerinnen und Schüler für diese Zukunftsjobs zu begeistern."

INITIATOREN